Transparenz, Medien und Sicherheitspolitik.

Wissen ist Macht. Schnelles umfassendes Wissen ein Machtvorteil.

So, oder so ähnlich könnte man leicht die Funktionsweise der Medien in dieser schnelllebigen Zeit  zusammenfassen wollen. Dennoch ist die Rechnung nicht ganz so einfach. Die Frage des Zeitpunktes zu der Informationen verfügbar und damit wirksam werden spielt oft eine grosser Rolle. Liegt ein Anschlag einen Tag zurück und gibtses an anderer Stelle bereits Berichte über neueres Geschehen interessiert es oft keinen mehr wieviele Menschen getötet wurden. Sind die Kameras fast live dabei, oder kann ein Reporter oder ein zufälliger Passant emotionalisiert  vom unmittelbaren Erlebnis berichten geht das Gefühl von Relevanz meist steil nach oben.

Und an der Relevanz und sei es nur der gefühlten bemisst sich oft  genug der wirtschaftliche Wert einer Nachricht. Emotional aufgeladene Nachrichten machen Meinungen. Eine noch so nüchterne Nachricht, wenn sie oft genug wiederholt wird, bekommt allein dadurch schnell eine Eindringlichkeit die Menschen beeinflusst.

Für die Sicherheitspolitische Diskussion ist es daher relevant, dass Medien nicht nur Transparenz in relevante Entscheidungen und Motivationen bringen, sondern auch, dass diese auch transparent machen wie sie selber Informationen verarbeiten und inwiefern wirtschaftliche Entscheidungen gegen Interessen der Allgemeinheit  abgewogen werden. Der Anspruch des Medienkonsumenten auf Wissen und Transparenz erstreckt sich eben nicht allein darauf, dass Journalismus in Politik und Wirtschaft Mißstände aufdeckt, sondern auch darauf zu wissen, wie sein berechtigtes Interesse an zeitnahen und vollständigen Informationen seine Interessen an anderer Stelle gefährdet.

Ein gutes Beispiel hierfür  bietet das Dilemma der Berichterstattung über terroristische Anschläge. Obwohl nicht neu, die Diskussion gab es schon vor den Entwicklungen seit 2001,  so ist es doch dringlicher geworden hierfür Lösungsansätze zu finden, da durch die moderne Medienlandschaft inkl. der schnelleren Informationsverbreitung durch neue Techniken sich das Problem verschärft hat. Was früher nur den Professionellen Journalisten betraf, betrifft heute schnell jeden, der twittert, blogt, podcastet, Fotos von aktuellen Ereignissen ins Netz stellt oder sonst wie Informationen im Internet verbreitet. Leicht verschafft man auf diese Weise Terroristen und Aufständischen bis hin zu Diktatoren eine Bühne und eine Reichweite, die auf herkömmliche Art niemals realisierbar gewesen wäre.

Die in diesem Artikel bei aufgeworfenen Fragen sind  also deutlich relevant auch über den Kern des klassischen Journalismus hinaus. Jeden von uns trifft hier die Mitverantwortung. Selbst dann wenn wir nur konsumieren geben wir auf viele Art unterschiedlichen Nachrichten und Informationen ein eigenes Gewicht und tragen damit indirekt zur  Meinungsbildung bei. Wer also meint Medienschelte betreiben zu müssen, weil Sicherheitspolitische Themen zu kurz kommen oder mit unglücklicher Schwerpunktsetzung kommuniziert werden hat heute sowohl als Konsument, als auch als Produzent Möglichkeiten. auch hierauf konstruktiv Einfluss zu nehmen.

In Hinblick auf unseren Wintervortrag zum Thema Sicherheitspolitik in den Medien darf man gespannt sein, wie Herr Meyer in seiner täglichen Arbeit diesen Spagat erlebt. Gibt es im Umfeld seiner Journalistischen Arbeit Konzepte oder sogar Richtlinien wie damit umzugehen ist? Welche ethischen Maßstäbe setzt er sich dabei selber?

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